RIP VAN WINKLE beim Streetlife-Festival in München
Das Streetlife-Festival verwandelt die Münchner Leopoldstraße am 11. und 12. September wieder zur Kunst- und Kulturmeile. Auch Rip van Winkle ist dabei und musiziert am 11. September auf dem Corso Leopold zwischen der Münchner Freiheit und der Georgenstraße.
"SELBSTBEWUSST IN DER SCHRÄGLAGE" - DIE SZ ZUM KONZERT IM THEATRON
"Wenn es am schönsten ist, musst du gehen" singt Rip van Winkle im Theatron. Doch woher soll man wissen, ob es dann, wenn man gegangen ist, nicht noch schöner wird. [...] Vor allem hätte man aber Rip van Winkle verpasst, die ihre Kleinkunstnähe als Höngdobel endgültig ad acta gelegt haben und mit ihrem neuen Album "Songs From The Funny Farm" einen Neuanfang wagen, der sie zwischen den Studiotüfteleien eines Brian Wilson und den arrangierten Konzerten eines Frank Zappa einordnet. Dissonanzen bereiten hier eine Harmonie vor, die nicht konfliktscheu den Gleichklang sucht, sondern sich selbstbewusst in jeder Schräglage behauptet. Selbst da, wo das Septett in der Zugabe Kim Wildes "Kids In America" zeitverzögert auf den Kopf stellt, bis ein gruselig schönes "Kids in Bavaria" daraus hervor kriecht."
Dirk Wagner, Süddeutsche Zeitung, 09.08.2010
09.08.2010
BILDER UND VIDEOS VON RIP VAN WINKLES AUFTRITT IM THEATRON
07.08.2010
"FRÜH VOLLENDETE SOUNDBASTLER" - RIP VAN WINKLE BEIM THEATRON MUSIKSOMMER IM MÜNCHNER OLYMPIAPARK
Rip van Winkle rockt die Freiluftbühne am Olympiasee - und die Süddeutsche Zeitung freut sich nicht nur auf die Killerpilze: "... auch die früh vollendeten Soundbastler von Höngdobel kehren unter dem Namen Rip van Winkle zurück". Andi van Winkle wurde gar aus dem Urlaub eingeflogen und erhielt blaskräftige Unterstützung vom Englischen Garten.
01.01.2010
"BIZARRE SCHÖNHEIT" - PRESSESTIMMEN ZU RIP VAN WINKLES DEBÜTALBUM
"Die Münchner Band Rip van Winkle ist aus der Formation Höngdobel hervorgegangen.
Mit ihrem Debüt "Songs From The Funny Farm" ist ihnen ein stilvolles Feuerwerk voller Überraschungen und ausgefallener Ideen gelingen. Instrumentalklang, elektronische Töne, deutsche und englische Texte werden geboten und heraus kommt trockene, zurückgelehnte Musik, die sich überall bedient und auch etwas ganz Eigenes hat, vor
allem: bizarre Schönheit. Vielleicht ist ja der Bandname Programm. Rip van Winkle ist eine oft adaptierte Figur des amerikanischen Schriftstellers Washington Irving aus dem Jahr 1819. In der Geschichte geht es um Zivilisation, Realität und vor allem Identität. Mit diesen Themen setzt sich die Band musikalisch und textlich auseinander und kreiert dabei einen Gefühlsraum, in dem man sich nicht immer auf Anhieb zurechtfindet, was in diesem Fall sehr angenehm ist. Bewertung: großartig."
Michael Seyfert, rbb kulturradio, 16.12.2009
"Befremdliche Töne und doch irgendwo einnehmend. Sperrig zuweilen und doch eingängig. Humpelnd und doch irgendwie vorwärts kommend. Eine Patchwork-Musik, die aus dem Fundus von Element of Crime, Tom Waits oder alten Blueshelden schöpft, mit Violoncello, Violine, Flötenorgel, Harmonium, Klarinette, Vibraphon, Saxophon, Trompete und „Unterwassergitarre” hantiert und das schräge Element als roten Faden deklariert. Gefällige Hooklines sucht man vergebens, wird aber durch ausgeklügelte Texte und vielschichtige Ideencollagen belohnt. Bayerisch ist an dieser Musik so rein gar nichts, vielmehr erinnert das Agieren dieser Kombo tatsächlich an den verschrobenen Hinterwald, aus dem Rip van Winkle ursprünglich stammt."
sound and image 2010
01.12.2009
RIP VAN WINKLES DEBÜTALBUM "SONGS FROM THE FUNNY FARM"
Viele finstere Jahre lang haben sich Rip van Winkle in die Grafrather Soundbaracke zurückgezogen, um an ihrem Erstlingswerk zu arbeiten. In schlaflosen Nächten starrten sie gemeinsam ins leise knisternde Holzfeuer, hielten Mikrophone an Instrumente, Kehlköpfe und Haushaltsgegenstände, an Geigen, Klarinetten und Gitarrenverstärker, an Vibraphone, Schraubenschachteln und schwingende Kopfhörerkabel. Jetzt ist es vollbracht! Erschöpft und glücklich entlassen Rip van Winkle ihre ersten Klänge in die Welt: elf Tonstücke von bizarrer Schönheit, versammelt auf Rip van Winkles Debütalbum "Songs from the Funny Farm".
Die Geschichte ist schnell erzählt: Mann geht in den Wald, macht ein kurzes Schläfchen – und als er wieder aufwacht, sind plötzlich 20 Jahre vergangen. Die Rückkehr in sein gealtertes Dorf hinterlässt ihn mehr als verstört. Der Mann heißt Rip van Winkle. Und auch, wenn seine Geschichte ursprünglich eine short story ist, Washington Irving hat sie 1819 doch in mehr als nur drei Zeilen erzählt. Den Schriftsteller Max Frisch inspirierte die Figur 1953 zu einem gleichnamigen Hörspiel, dem Vorläufer zu seinem Prosawerk Stiller.Die Musikgruppe Höngdobel schließlich befand 2006, dass es Zeit sei für einen Namenswechsel – und nannte sich fortan Rip van Winkle. Bleibt zu fragen: Sind die denn auch aus der Zeit gefallen? Oder einfach nur auf den Mund?
Rückblende: Wir schreiben das Jahr 1994. Der Schauspieler Jörg Hube hat sich zu einer Oskar-Maria-Graf-Lesung in Fürstenfeldbruck bei München angekündigt, begleitende Musik wird dringend benötigt. So fragt man fünf einheimische, bis dahin als Punk- und Rockband in Erscheinung getretene junge Musiker, ob sie innerhalb von 14 Tagen ein musikalisches Rahmenprogramm auf die Bühne bringen können. Sie können, die Lesung wird bejubelt und beklatscht. Als Höngdobel folgen weitere Projekte mit Jörg Hube, Wolf Euba und Joachim Höppner, zahllose Konzerte unter anderem mit Georg Ringsgwandl, Sigi Zimmerschied und Andreas Giebel, Fernseh- und Radioauftritte, Theatermusik, Tourneen durch die bayerische Kleinkunst- und Musikkabarett-Szene, diverse Preise und vier von der Presse hoch gelobte CDs.
Dann haben die fünf Musiker die Faxen dicke, wollen nicht mehr lustig sein, nennen sich Rip van Winkle und verkriechen sich für ein paar Jahre in ihrer knorrigen Unteraltinger Soundbaracke bei Grafrath, nahe dem Ammersee. Dort nehmen sie eine ganz und gar unerhörte CD auf. Mit akustischen und elektrischen Instrumenten, mit deutschen und englischen Texten und mit elf fragil zwischen Pop, Punk, Blues, Jazz und Minimal Music mäandernden Musikstücken von bizarrer Lautgestalt. Befremdlich und doch einnehmend. Sperrig und doch eingängig. Humpelnd und doch irgendwie ankommend. Nun ist es soweit: Blinzelnd stolpern Rip van Winkle aus ihrer Baracke, die neue CD im Gepäck, die Augen gerötet. Und vor sich eine Welt, die sie manchmal mehr als verstört zurücklässt.