Rip van Winkle

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RIP VAN WINKLES DEBÜTALBUM »SONGS FROM THE FUNNY FARM«


Viele finstere Jahre lang haben sich Rip van Winkle in die Grafrather Soundbaracke zurückgezogen, um an ihrem Erstlingswerk zu arbeiten. In schlaflosen Nächten starrten sie gemeinsam ins leise knisternde Holzfeuer, hielten Mikrophone an Instrumente, Kehlköpfe und Haushaltsgegenstände, an Geigen, Klarinetten und Gitarrenverstärker, an Vibraphone, Schraubenschachteln und schwingende Kopfhörerkabel. Jetzt ist es vollbracht! Erschöpft und glücklich entlassen Rip van Winkle ihre ersten Klänge in die Welt: elf Tonstücke von bizarrer Schönheit, versammelt auf Rip van Winkles Debütalbum »Songs from the Funny Farm«.


Songs from the Funny Farm

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PRESSESTIMMEN ZU RIP VAN WINKLES DEBÜTALBUM


"Wenn es am schönsten ist, musst du gehen" singt Rip van Winkle, die ihre Kleinkunstnähe als Höngdobel endgültig ad acta gelegt haben und mit ihrem neuen Album »Songs From The Funny Farm« einen Neuanfang wagen, der sie zwischen den Studiotüfteleien eines Brian Wilson und den arrangierten Konzerten eines Frank Zappa einordnet. Dissonanzen bereiten hier eine Harmonie vor, die nicht konfliktscheu den Gleichklang sucht, sondern sich selbstbewusst in jeder Schräglage behauptet.

Süddeutsche Zeitung, 09.08.2010 (Dirk Wagner)

Die Münchner Band Rip van Winkle ist aus der Formation Höngdobel hervorgegangen. Mit ihrem Debüt »Songs From The Funny Farm« ist ihnen ein stilvolles Feuerwerk voller Überraschungen und ausgefallener Ideen gelingen. Instrumentalklang, elektronische Töne, deutsche und englische Texte werden geboten und heraus kommt trockene, zurückgelehnte Musik, die sich überall bedient und auch etwas ganz Eigenes hat, vor allem: bizarre Schönheit. Vielleicht ist ja der Bandname Programm. Rip van Winkle ist eine oft adaptierte Figur des amerikanischen Schriftstellers Washington Irving aus dem Jahr 1819. In der Geschichte geht es um Zivilisation, Realität und vor allem Identität. Mit diesen Themen setzt sich die Band musikalisch und textlich auseinander und kreiert dabei einen Gefühlsraum, in dem man sich nicht immer auf Anhieb zurechtfindet, was in diesem Fall sehr angenehm ist. Bewertung: großartig.

rbb kulturradio, 16.12.2009 (Michael Seyfert)

Befremdliche Töne und doch irgendwo einnehmend. Sperrig zuweilen und doch eingängig. Humpelnd und doch irgendwie vorwärts kommend. Eine Patchwork-Musik, die aus dem Fundus von Element of Crime, Tom Waits oder alten Blueshelden schöpft, mit Violoncello, Violine, Flötenorgel, Harmonium, Klarinette, Vibraphon, Saxophon, Trompete und »Unterwassergitarre« hantiert und das schräge Element als roten Faden deklariert. Gefällige Hooklines sucht man vergebens, wird aber durch ausgeklügelte Texte und vielschichtige Ideencollagen belohnt. Bayerisch ist an dieser Musik so rein gar nichts, vielmehr erinnert das Agieren dieser Kombo tatsächlich an den verschrobenen Hinterwald, aus dem Rip van Winkle ursprünglich stammt.

sound and image, 2010

A Tribute to Höngdobel

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HÖNGDOBELS ALTERSWERK
»A TRIBUTE TO HÖNGDOBEL« (CD 2002)


»A Tribute to Höngdobel« ist der mittlerweile vierte Longplayer dieser von der Presse hochgelobten Band aus der Umgebung von München. Mit ihrer frischen Mischung aus bayerischer Volksmusik, Jazz und Klezmer haben Sie einige grosse Vertreter der bayerischen Volksmusik und Mundart auf sich aufmerksam gemacht. »A Tribute to Höngdobel« vereint nun alle Qualitäten der fünf Musiker: Ob Country oder Pop, Kammermusik oder Jazz – Höngdobel ignoriert alle stilistischen Grenzen und stellt den diebischen Spass in den Vordergrund ihres Schaffens. Höngdobel vereint auf ihrem neuen »Best-Of-Album« zahlreiche Künstler der internationalen Musikszene, die der bayerischen Gruppe ihre Ehre erweisen. Es kann nicht verwundern, dass es sich bei all den Gruppen mit exotischen Namen wie »Franz Pöschls Schrammelmania«, »Viva Muerte« oder »Cool Bergmann Quintett« um niemanden anderen als die fünf Mitglieder von Höngdobel selbst handelt. Dabei ist »A Tribute to Höngdobel« ein erstaunlich einheitliches Werk, in dem kabarettistische Wortkunst mit Ton-Akrobatik verschmilzt.


Musikalischer Spaß vom Feinsten

Bayern2

Ach, wäre das real existierende Bayern doch öfter so. Nicht so banal-bayrisch, so vordergründig-lederhosig. Eher hinter-, gern auch eigensinnig. Ach, gäbe es ein bisschen mehr Höngdobel und Ringsgwandl, mehr Spinner und Philosophen, mehr Flanierer und Verirrte.

Münchner Merkur

Deutschland wird (...) südlicher und bayerischer, das ist gewiß. Zu diesem Trend paßt es, daß nun eine bajuwarische Musikertruppe mit Macht zur bundesweiten Anerkennung drängt: Die Jungs heißen »Höngdobel«, was allerhand Assoziationen zwischen Münchner Literaturleben und bergiger Natur weckt; und weil es nach eigener Einschätzung Zeit für eine Hommage an sie selbst war, haben sie ihr neues, außen sehr elegant ausschauendes Album »Tribute to Höngdobel« genannt. Die diversen musikalischen Formationen, die auf der Scheibe die klingenden Ehrungen darbringen, sind freilich immer sie selbst, die Blödsinn der höheren Art verzapfen. Das wäre kaum mehr als ein charmanter Pennälerwitz, wenn die Höngdobels ihre Scharlatanerien nicht mit grenzenlosem Einfallsreichtum, viel Subtilität und beträchtlichem handwerklichem Vermögen präsentierten. Stimme, Schlagzeug, Trompete, Klarinetten, Flöte und Fagott, Geige, Cello und Kontrabaß, elektrische Gitarre, Vibraphon und Xylophon sind die Instrumente, mit denen die fünf eine Musik von trockenem Klang und Witz arrangieren, die sich fast überall bedient Dabei sind die Höngdobels von purer Imitation weit entfernt; sie mischen das alles in verwegenen Arrangements hintersinnig zusammen, um Texte zu illustrieren, die unter anderem von Ringelnatz, Gernhardt, Charms und Hofmann von Hofmannswaldau stammen. Ansonsten werden realer und vokal imitierter Instrumentalklang furios vermischt, elektronische und akustische Töne verkoppelt, jede Menge Lautmalerei betrieben, und ein winziger Jodler kommt auch drin vor. Wohlan - möge Deutschland bayerischer und höngdobeliger werden.

FAZ, 08.03.2002 (Michael Gassmann)

Mondsüchtige Stücke, schleichend zerhacktes Idyll. Immer wieder Witzig-Makabres über Leichenschändung, Multi-Kulti-Verarschung auf pseudo-Spanisch samt Castagnetten von »Ikea«, ein handfester Geigen-Hiphop, dazu Betrachtungen über den Hecht und das »Arm Kräutchen« des Ringelnatz’schen Sauerampfers – all dies gen(ial)manipulierte Produkte einer überbordenden Phantasie, die oft erst in letzter Sekunde überraschend die Kurve kriegt und den zahllosen Vorbildern dennoch ihre Referenz erweist. Die Schublade, in die Höngdobel passen soll, muß erst noch gezimmert werden.

Süddeutsche Zeitung, 10.03.2002

Nicht nur die ungewöhnlichen Instrumente Strohgeige und Dallmayr-Trommel machten ihren Auftritt zu einer Sensation, sondern auch jene unnachahmliche Lockerheit und jener musikalische Witz mit dem die fünf Musiker ihre äußerst hörbare und eingängige Musik vortrugen. Daß die (volks-) musikalische Kultur in unserem Land auch nach und neben der »Biermösl Blosn« nicht untergehen wird, dazu gibt »Höngdobel« jedenfalls berechtigten Anlaß.

Münchner Merkur, 13.11.2001

Zu den originellsten deutschsprachigen Formationen überhaupt gehören Höngdobel aus München. Das Quintett interpretiert, kombiniert, mixt, persifliert zwischen Chanson, Volksmusik, Jazz, Kammermusik und Country-Sound. Gelegentlich bajuwarisch, oft bösartig, nie berechenbar - und immer etwas verrückter als die anderen Kinder. Großartig. Wahnsinnig. Gelungen.

Gitarre und Bass, 01.02.2003

Wurm & Wunder

WURM & WUNDER
oder die Rettung der Zwick-Mühle (CD 2000)


Ein Hörspiel für Kinder von Josef Parzefal mit Musik von Höngdobel

Ohimè ! Seit Jahrhunderten hält sie nun schon die Mühle am Laufen, die Mehlwurmin Mamma Farinella, und noch nie gab es ein Problem, das sie nicht lösen konnte. Doch diesmal scheint die Lage wirklich aussichtslos zu sein - abgerissen und zubetoniert soll sie werden, die alte Mühle vom Zwick, und Schuld an allem hat nur die Holzwurm-Familie Nagowske aus dem dritten Bodenbrett. Der Herr Nagowske mußte ja unbedingt eine Extrawurst braten und rücksichtslos die Radnabe anbohren, obwohl ein ewiges und heiliges gesetz dies nicht ohne Grund verbietet. Der korrupte Herr Berger vom Denkmalspflegeamt freut sich darüber freilich sehr, denn zu nörgeln macht ihm große Freude. Für ihn ist die Sache klar: Die wurmstichige Hütte vom Zwick muß weg. Jetzt kann nur noch ein Wunder die kleinen Würmer retten.


Wazlavick Old School

HÖNGDOBEL
WAZLAVICK OLD SCHOOL (CD 1998)


Wenn Liedtitel »Das Geseires einer Aftermieterin« heißen oder »Das Butterbrotpapier«, denkt man an Musik, die unter Einnahme verbotener Produkte aus dem Arzneimittelschrank produziert wurde. Bei der bayerischen Weltmusik-Combo Höngdobel wollen wir zwar den Hang zur Bewußtseinserweiterung nicht ausschließen, doch spielen sie ihre Instrumente so präzise, akurat und erfindungsreich, daß man an einen künstlichen Rauschzustand während der Studio- oder Bühnenarbeit nicht glauben will. Ein erstes Reinhören läßt ahnen, daß die fünf Höngdobler ihre Pfade von früher nicht verlassen, den Weg aber mit einer noch exakteren Einspieltechnik musikalisch sozusagen geteert haben. Der Sound changiert zwischen Bayern-Chanson, Jazz-Balladen und folkloristischen Vorlagen aus aller Welt, die gnadenlos nach eigener Lust auf die jeweilige Bandformation zurechtinstrumentiert wurden. Genauso rätselhaft wie der Name der Band ist der der neuen Scheibe: »Wâzlavick Old School«. Es sei denn, man sucht Philosophisches in den Klängen. Vielleicht bei »Galgenkindes Wiegenlied« oder »Ging e-Moll«. Wie immer, man spürt aus jedem Takt und Riff, daß die Höngdobelisten lange zwischen Punkrock, Kammermusik und Jazz hin- und hergewandert sind, bevor sie ihre Heimat gefunden haben. Eine Heimat, in der es sich, womit wir wieder beim Anfang wären, gut sitzen und trinken läßt.

(Karl Forster, Süddeutsche Zeitung)

Zwei Kunststücke vereinigen sich auf dieser Scheibe, die das Zuhören zum Abenteuer und Fest machen: Trotz des offensichtlichen Griffs in die Schublade altbekannter Klang-Bilder, bewahrt sich »Wâzlavick Old School« eine unverwechselbare Eigenheit - sperrig, unangepaßt und unbekannt. Und vor allem eigenartig schön: Zwar durchlöchern dissonante und disharmonische Spitzen die gewohnten Melodieformen und fordern so manchmal die Toleranz des Ohres heraus, dennoch gelingt es den Kompositionen, im Jenseits des Bekannten eine neue Klangdimension zu erschaffen. Eine faszinierende CD, die auch durch ihre Aufnahmequalität besticht.

(Süddeutsche Zeitung)

Präludidldum

HÖNGDOBEL
PRÄLUDIDLDUM (CD 1995)


Diese Musik bricht viele Barrieren. Das wird dem Punkfan ebenso gefallen wie dem Anhänger gregorianischer Gesänge oder guter Filmmusik. Fast schon ein Schulterschluß zwischen Minnesang, Indie-Sound, Jazz und Klassik - intelligent gemacht.

(Süddeutsche Zeitung)

Die 18 Lieder von »Präludidldum« sind wirklich abwechselnd und mal ganz was anderes. Sie demonstrieren Virtuosität gepaart mit Einfallsreichtum, seien es die sphärischen Geigenklänge, die beschwingte Gitarre oder die melancholischen Blasinstrumente.

Sound Check